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Parzival
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Parzival ist ein Versroman der mittelhochdeutschen höfischen Literatur von Wolfram von Eschenbach, der zwischen 1200 und 1210 entstand.cite-ref-1[1] Das Werk umfasst etwa 25.000 paarweise gereimte Verse und wird in den modernen Ausgaben in 16 BĂŒcher gegliedert.
In kunstvoll verzahnten HandlungsstrĂ€ngen einer Doppelromanstruktur werden die Aventiuren erzĂ€hlt, die abenteuerlichen Geschicke zweier ritterlicher Hauptfiguren â einerseits die Entwicklung des Titelhelden Parzival (von altfranzösisch Perceval) vom Unwissenden im Narrenkleid zum Gralskönig, andererseits die gefahrvollen BewĂ€hrungsproben fĂŒr den Artusritter Gawain.
Thematisch gehört der Roman zur sogenannten Artusepik, wobei die Aufnahme Parzivals in die Tafelrunde des legendÀren britischen Königs nur als Durchgangsstation der Gralssuche erscheint, doch dann zur Voraussetzung seiner Bestimmung als Gralskönig wird.
Der Stoff wurde literarisch, aber auch in der Bildenden Kunst und in der Musik vielfach bearbeitet; die nachhaltigste Wirkung erreichte Richard Wagners Adaption fĂŒr das Musiktheater mit seinem BĂŒhnenweihfestspiel Parsifal (UrauffĂŒhrung 1882).
Contents
âą Thema
âą Ăbertragungen
âą Rezeption
âą Literatur
âą Zur EinfĂŒhrung
âą Weblinks
âą Anmerkungen
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Thema
Der Parzival-Stoff behandelt komplexe Themengebiete. Es geht um das VerhĂ€ltnis von Gesellschaft und Weltferne, die GegensĂ€tze zwischen MĂ€nnerwelt und Frauenwelt, die Spannung zwischen der höfischen Gesellschaft und der spirituellen Gemeinschaft der GralshĂŒter, um Schuld im existenziellen Sinn, Minne und SexualitĂ€t, Erlösungs-, Heils-, Heilungs- und Paradiesesphantasien. Aufgegriffen wird nach psychologischemcite-ref-2[2] bzw. psychoanalytischem Fokus die Entwicklung des Protagonisten von seiner Selbstbezogenheit zur EmpathiefĂ€higkeit und zum Ausbruch aus der engen Dyade mit Parzivals Mutter Herzeloyde. Parzival ist zunĂ€chst ein Ignorant und SĂŒnder, der im Handlungsverlauf zu Erkenntnis und LĂ€uterung gelangt und bei seinem zweiten Besuch auf der Gralsburg Munsalvaesche den Makel des FrageversĂ€umnisses (der mitleidbezeugenden Frage nach dem Leiden seines Onkels, des Gralskönigscite-ref-3[3]) wiedergutmachen kann. Parzival ist die Erlösergestalt im Gralsmythos.
Literaturgeschichtliche Einordnung
Geschichte und Struktur
Unter den Versromanen der mittelhochdeutschen Literatur ragt Wolframs wilde maere â von Gottfried von StraĂburg im âLiteraturexkursâ des Tristan polemisch abwertend so genannt â in mehrfacher Hinsicht heraus:
âą Mit seiner komplexen Sinnstruktur und der aufwendigen erzĂ€hlerischen Komposition ist der Parzival von vornherein keine âleichte LektĂŒreâ; dennoch kann dem Werk mit ĂŒber 80 ĂŒberlieferten Textzeugnissen eine einzigartige Wirkungsgeschichte schon im Mittelalter nachgesagt werden. Joachim Bumke (siehe unten: Literatur) spricht von einer âliterarischen Sensationâ, die das Werk gewesen sein mĂŒsse, so hĂ€ufig zitiert und kopiert wie kein anderes im 13. Jahrhundert.
âą Die Einteilung in 16 BĂŒcher und 827 Abschnitte zu 30 Versen ist der ersten kritischen Edition Karl Lachmanns (1793â1851) von 1833 zu verdanken. Diese Edition ist bis in die Gegenwart gĂŒltig und unersetzt geblieben. Zuvor hatte Christoph Heinrich Myller, ein SchĂŒler Johann Jacob Bodmers, einen Editionsversuch unternommen. Ludwig Tiecks Vorhaben von 1801, den Parzival Wolframs zu edieren, wurde nicht verwirklicht.
âą Wolfram verarbeitet alle gelĂ€ufigen Problemstellungen seiner literarischen Epoche (vor allem Minne-Problematik, Aventiure-Forderungen, Geeignetsein zum Herrscher, religiöse Determiniertheit) â teilweise kritisch ironisierend, teilweise fĂŒr seine Zeit neuartig zuspitzend; dem Roman kommt damit exemplarische Bedeutung fĂŒr die Themenkomplexe der höfischen Literatur insgesamt zu.
âą Der Autor verfolgt parallel zum Hauptgeschehen um Parzival eine Vielzahl von weiteren HandlungsstrĂ€ngen. In immer neuen âWĂŒrfelwĂŒrfenâ (schanzen, Parz. 2,13 â Metapher Wolframs im Prolog des Parzival in Bezug auf sein eigenes narratives Verfahren) spielt er die politischen, gesellschaftlichen und religiösen Probleme, vor die sich Parzival gestellt sieht, mit anderen Protagonisten durch und entfaltet die Romanhandlung so zu einer umfassenden Anthropologie.
Wolfram selbst war sich bewusst, dass seine oft sprunghafte, bildreich assoziierende ErzĂ€hlweise neu und ungewöhnlich war; er vergleicht sie mit dem âHakenschlagen eines Hasen auf der Flucht vor Ignorantenâ (tumben liuten, Parz. 1,15 ff) und betont damit, wiederum gegenĂŒber Gottfried, der dieselbe Metapher spöttisch abwertend verwendet, selbstbewusst seine auffĂ€llige sprachkĂŒnstlerische Formkraft und inhaltliche sowie thematische Phantasie. AuffĂ€llig und ungewöhnlich fĂŒr einen mittelalterlichen Autor ist das souverĂ€ne Neuarrangement des vorgefundenen Stoffes durch Wolfram. Die Bearbeitung geschieht gemÀà eigenen literarischen Ideen und Intentionen.
Der Parzival folgt einer Doppelromanstruktur mit einem langen Prolog. Nach den ersten beiden BĂŒchern, die sich der Vorgeschichte der Haupthandlung widmen, also den Abenteuern von Gahmuret, Parzivals Vater, beginnt Wolfram von der Kindheit seines Protagonisten zu erzĂ€hlen. Es folgt spĂ€ter der Wechsel zur Gawan-Handlung, die durch den Besuch Parzivals beim Einsiedler Trevrizent unterbrochen und anschlieĂend wieder aufgenommen wird. Der Inhalt der beiden letzten BĂŒcher ist Parzival gewidmet.
Wolframs Parzival und Chrétiens Perceval
Hauptquelle des Parzival ist der unvollendete Versroman Perceval le Gallois ou le conte du Graal/Li contes del Graal von ChrĂ©tien de Troyes, entstanden um 1180 und 1190. Wolfram selbst distanziert sich im Epilog von ChrĂ©tien und nennt mehrfach das Werk eines âKyotâ als Vorlage, das er mit einer abenteuerlichen Entstehungsgeschichte versieht. Da aber ein solcher âKyotâ auĂerhalb von Wolframs Dichtung nicht identifiziert werden konnte, werden diese Angaben in der Forschung als Quellenfiktion und literarische Koketterie des Autors eingeordnet.
Die Handlung des Parzival ist gegenĂŒber der Vorlage umfangreich erweitert, insbesondere durch die Rahmung mit der einleitenden Vorgeschichte um Parzivals Vater Gahmuret und den abschlieĂenden Ereignissen im Zusammentreffen Parzivals mit seinem Halbbruder Feirefiz. Die Einbettung in die Familiengeschichte dient â ĂŒber die pure Lust am Fabulieren hinaus â der verstĂ€rkten Kausalmotivation der Handlung. Wolfram kommt auf fast 24.900 Verse gegenĂŒber den 9.432 Versen bei ChrĂ©tien.
In jenen Passagen, in denen Wolfram ChrĂ©tien inhaltlich folgt (Buch III bis Buch XIII), geht er wesentlich freier und selbstbewusster an die NacherzĂ€hlung als andere zeitgenössische Autoren (etwa Hartmann von Aue, dessen Artus-Romane Erec und Iwein Bearbeitungen von ChrĂ©tiens Romanen sind). Der Textumfang der Vorlage erfuhr eine Verdoppelung auf etwa 18.000 Verse, weil Wolfram seine Protagonisten wesentlich ausfĂŒhrlicher ethische und religiöse Fragestellungen reflektieren lĂ€sst und sich selbst als reflektierender ErzĂ€hler zu VorgĂ€ngen der fiktiven Handlung Ă€uĂert. Er bindet die Figuren in ein Netz von Verwandtschaftsbeziehungencite-ref-4[4] ein und weist ihnen Namencite-ref-5[5] zu.
Siehe auch die kymrische Sage Peredur fab Efrawg (âPeredur, Sohn des Efrawgâ), die ebenfalls dieses Thema behandelt. Die wechselseitige Beeinflussung konnte noch nicht restlos geklĂ€rt werden.cite-ref-6[6]cite-ref-7[7]
Handlung â Ăberblick
Parzivals Erziehung zum Ritter und seine Suche nach dem Gral ist zwar â wie der ErzĂ€hler mehrfach betont â Hauptthema der Handlung, fast gleichwertig aber verfolgt Wolfram kontrastierend die Ritterfahrt Gawans. WĂ€hrend Gawan durchgĂ€ngig als der geradezu vollkommene Ritter auftritt und sich in zahlreichen Abenteuern immer erfolgreich bewĂ€hrt, die Schuldigen an MissstĂ€nden der Weltordnung zur Verantwortung zu ziehen und diese Ordnung zu restituieren, durchlebt Parzival neben Abenteuern auch extreme persönliche Konfliktsituationen und wird â aus Unkenntnis oder aufgrund von Fehlinterpretationen von Aussagen und Situationen â immer wieder selbst schuldig. Doch gerade er, der ĂŒber lange Jahre hinweg die Folgen seines Fehlverhaltens ertragen muss, erlangt am Ende die Gralsherrschaft. Das Epos endet mit einem Ausblick auf die Geschichte von Parzivals Sohn Loherangrin (vgl. Wagners Lohengrin).
Der folgende Ăberblick orientiert sich mit der Einteilung des Textes in sogenannte âBĂŒcherâ am etablierten Ordnungsprinzip Karl Lachmanns, des ersten âkritischenâ Herausgebers des Parzival, auf dessen â mittlerweile allerdings ĂŒberarbeitete â Edition die Forschung auch heute noch angewiesen ist.
Wolframs Prolog (Buch I, Verse 1,1 bis 4,26)
Beginn: Elsterngleichnis (Vers 1,1â2,4)
Wolfram beginnt seinen Parzival mit dem Elsterngleichnis (Vers 1,1-1,14).cite-ref-8[8] Hier verwendet er die Analogie des zweifarbigen Federkleides der Elster agelstern (mittelhochdeutsch) bezogen auf die sinnfĂ€llige GegenĂŒberstellung von Wankelmut und treuer Ergebenheit. Er kommt hier zu dem Schluss, dass es eben nicht nur schwarz und weiĂ, gut und böse gibt, sondern dies alles wie das Gefieder einer Elster ineinander ĂŒbergeht.
Adressaten und Lehren aus dem Parzival (Vers 2,5â4,26)
Es werden die Adressaten genannt. Die Turnierritter sollen sich auf die hohen Ideale des Rittertums besinnen und die Frauen daraus lernen, wem sie ihre Liebe und Ehre schenken. Dies ist ein Lobgesang auf jene ritterlichen Tugenden, die Parzival spÀter noch finden soll: Ehre, Treue und Demut.
Die Vorgeschichte: Gahmurets Ritterfahrten (Buch IâII)
Wolfram leitet seinen Roman mit der breit ausgemalten Geschichte Gahmurets ein, des Vaters von Parzival.
Jener bleibt als zweitgeborener Sohn beim Tod seines Vaters Gandin, des Königs von Anschouwe, ohne Erbe und zieht auf der Suche nach ritterlicher BewĂ€hrung und Ruhm in den Orient. ZunĂ€chst dient er dem Kalifen von Bagdad, dann hilft er der schwarzhĂ€utigen Königin Belacane gegen ihre Belagerer, die den Tod des Isenhart rĂ€chen wollen, der im unbelohnten Liebesdienst fĂŒr sie den Tod fand. Gahmuret siegt und heiratet Belacane, wird damit König von Zazamanc und Azagouc, zeugt einen Sohn namens Feirefiz, verlĂ€sst Belacane aber schon bald wieder auf der Suche nach weiteren Abenteuern. ZurĂŒck in Europa nimmt Gahmuret an einem Turnier vor Kanvoleis teil, bei dem er die Hand der Königin Herzeloyde und die Herrschaft ĂŒber deren LĂ€nder Waleis und Norgals gewinnt. Aber auch von hier zieht Gahmuret bald wieder auf Ritterfahrt, tritt erneut in die Dienste des Kalifen, wobei er schlieĂlich durch einen Speer getötet wird, der seinen durch Zauber mit Bocksblut weich gemachten Diamant-Helmcite-ref-9[9] durchdringt. Die angeblich steinerweichende Wirkung von Bocksblut wurde auch in der Heilkunde des Mittelalters eingesetzt, so in einem griechisch lithontrypton und Ă€hnlich genannten Arzneimittel gegen Harn- und Blasensteine.cite-ref-10[10]
Gahmuret verlĂ€sst beide Frauen so schnell, dass er die Geburt seiner beiden Söhne nicht mehr erlebt: weder die von Belacanes Sohn Feirefiz, am ganzen Körper schwarz-weiĂ gescheckt wie eine Elster,cite-ref-11[11] noch die von Herzeloydes Sohn Parzival (was so viel bedeutet wie âmitten (hin-)durchâ).
Jugend und ritterliche Erziehung Parzivals (Buch IIIâIV)
Auf die Nachricht von Gahmurets Tod hin zieht Herzeloyde sich mit Parzival verzweifelt in die Waldeinöde von Soltane zurĂŒck. Dort erzieht sie ihren Sohn in quasi-paradiesischer Unschuld und Unwissenheit; selbst seinen Namen und seine Abstammung erfĂ€hrt er erst spĂ€ter von seiner Cousine Sigune kurz vor seinem ersten Auftritt am Artushof. Ganz bewusst enthĂ€lt die Mutter ihm jede Art Kenntnis ĂŒber die Welt und das Leben auĂerhalb des Waldes vor, bereitet ihn insbesondere auf keine der ethischen, sozialen und militĂ€rischen Anforderungen vor, denen er sich standesgemÀà als Ritter und Herrscher gegenĂŒbersehen wĂŒrde. Dass Parzival dennoch spĂ€ter in der höfischen Welt ĂŒberhaupt wahrgenommen wird, hat er in erster Linie seinen Ă€uĂeren Attributen zu verdanken: Der ErzĂ€hler hebt wiederholt seine auffĂ€llige Schönheit und erstaunliche körperliche Gewandtheit und Kraft hervor bzw. erzĂ€hlt, welchen Eindruck diese VorzĂŒge auf Parzivals Umgebung machen.
Herzeloydes Versuch, den Jungen von den Gefahren bzw. Verlockungen des Rittertums fernzuhalten, misslingt grĂŒndlich: Als Parzival erstmals zufĂ€llig Rittern begegnet, kann Herzeloyde nicht verhindern, dass er sich auf den Weg zum Artushof begibt, um selbst Ritter zu werden. In der Hoffnung, dass ihr Sohn zu ihr zurĂŒckkehren werde, wenn er nur ausreichend schlechte Erfahrungen in der Welt macht, stattet sie ihn mit der Kleidung und AusrĂŒstung eines Narren aus und gibt ihm abschlieĂende Lehren mit auf den Weg, deren wörtliche Befolgung ihn im Zusammenspiel mit dem naiven Auftreten und der Narrenkleidung zum komischen Zerrbild eines höfischen Ritters werden lassen. (Zum Beispiel rĂ€t sie ihm, alle freundlich zu grĂŒĂen, was er dann ĂŒbertreibt, indem er pingelig jeden grĂŒĂt und hinzufĂŒgt: âDas riet mir meine Mutter.â)
Die defizitĂ€re Erziehung bewirkt direkt nach dem Auszug Parzivals aus Soltane eine ganze Kette von UnglĂŒcken, ohne dass Parzival sich seines persönlichen Anteils daran, seiner Schuld, zu diesem Zeitpunkt schon bewusst werden kann. ZunĂ€chst verursacht der Abschiedsschmerz den Tod der Mutter, dann ĂŒberfĂ€llt Parzival â die unzureichende Minnelehre Herzeloydes missverstehend â brutal Jeschute, die erste Frau, auf die er trifft, und raubt ihren Schmuck. FĂŒr Jeschute wird diese Begegnung mit Parzival zur persönlichen Katastrophe, denn ihr Ehemann Orilus glaubt ihr die Unschuld nicht, misshandelt sie und setzt sie als Ehebrecherin der gesellschaftlichen Verachtung aus. SchlieĂlich am Artushof angekommen erschlĂ€gt Parzival den âroten Ritterâ Ither â ein naher Verwandter, wie sich spĂ€ter herausstellt â, um an dessen RĂŒstung und Pferd zu kommen. FĂŒr Parzival bedeutet der Raub der Waffen, dass er sich nun als Ritter fĂŒhlt; bezeichnenderweise besteht er aber darauf, sein Narrenkleid unter der RĂŒstung weiterhin zu tragen.
Dies legt er erst auf der nĂ€chsten Station seiner Reise ab, beim FĂŒrsten Gurnemanz von Graharz. Gurnemanz unterweist Parzival in den Normen ritterlicher LebensfĂŒhrung und Kampftechniken, hier erlernt Parzival erst eigentlich höfisches Verhalten (Gewinnung der Scham, Ablegen des Narrenkleides, Rituale des christlichen Gottesdienstes, âHöflichkeitâ und Körperpflege); er bekommt damit Ă€uĂerlich alle Voraussetzungen, um als Herrscher und Ehemann eine Stellung in der Welt einnehmen zu können. Als er Graharz nach 14 Tagen wieder verlĂ€sst, ist Parzival ein nahezu perfekter Ritter im Sinne der Artuswelt. Allerdings gibt Gurnemanz ihm mit dem Verbot, unnötige Fragen zu stellen, auch eine schwere Hypothek mit auf den weiteren Weg (s. u.). Beeindruckt von Parzivals Schönheit und Kraft und seinem nun vollendeten höfischen Auftreten, wĂŒnscht sich Gurnemanz nichts sehnlicher, als ihn mit seiner schönen Tochter Liaze (Liasse, LiaĂe) zu vermĂ€hlen und als Schwiegersohn an sich zu binden. Doch bevor es dazu kommt, reitet Parzival wieder hinaus. Zwar verspricht er voller Dankbarkeit wiederzukommen, doch er kehrt nie an den Hof zurĂŒck und trifft auch Gurnemanz nicht mehr.
Parzival bewĂ€hrt sich als Ritter, als er die wunderschöne Königin Condwiramurs in der Stadt Pelrapeire von der Belagerung durch aufdringliche Bewerber befreit; er gewinnt die Hand der Königin und damit die Herrschaft ĂŒber das Königreich.
Nachdem er das Reich geordnet hat, verlĂ€sst er Condwiramurs bereits wieder â wie sein Vater noch vor der Niederkunft seiner Frau, jedoch mit deren EinverstĂ€ndnis â, um seine Mutter zu besuchen, von deren Tod er noch nichts weiĂ.
Parzivals Versagen in der Gralsburg â Aufnahme in die Tafelrunde (Buch VâVI)
Auf die Frage nach einer Herberge fĂŒr die Nacht wird Parzival am See Brumbane von einem Fischer auf eine nahegelegene Burg verwiesen und erlebt dort eine Reihe von mysteriösen VorgĂ€ngen: Die Besatzung der Burg freut sich ganz offenbar sehr ĂŒber sein Erscheinen, wirkt aber gleichzeitig wie in tiefer Trauer. Im Festsaal der Burg trifft er den Fischer wieder; es ist der Burgherr Anfortas, der unter einer schweren Erkrankung leidet. Aloeholzfeuer brennen wegen der Krankheit des Königs. Vor dem Mahl wird eine blutende Lanze durch den Raum getragen, was lautes Klagen der versammelten Hofgesellschaft verursacht. Dann tragen 24 junge Edelfrauen in einem komplizierten Ablaufcite-ref-12[12] das kostbare Tischbesteck auf, schlieĂlich wird von der Königin Repanse de Schoye der Gral hereingetragen, bei Wolfram ein Stein, der auf geheimnisvolle Weise wie ein âTischlein-deck-dichâ die Speisen und GetrĂ€nke hervorbringt. Und am Ende bekommt Parzival vom Burgherrn dann noch dessen eigenes kostbares Schwert geschenkt â ein letzter Versuch, den schweigsamen Ritter zu einer Nachfrage zu ermuntern, mit der er, nach Auskunft des ErzĂ€hlers, den siechen König erlöst hĂ€tte. Wie er es von Gurnemanz als höfisch angemessenes Benehmen eingeschĂ€rft bekommen hatte, unterdrĂŒckt Parzival auch jetzt jede Frage im Zusammenhang mit den Leiden seines Gastgebers oder nach der Bedeutung der merkwĂŒrdigen Zeremonien.
Am nĂ€chsten Morgen ist die Burg verlassen; Parzival versucht vergeblich, den Hufspuren der Ritter zu folgen. Stattdessen trifft er im Wald zum zweiten Mal auf Sigune, von der er den Namen der Burg â Munsalvaesche â und des Burgherrn erfĂ€hrt und dass Parzival selbst jetzt ein mĂ€chtiger König mit höchstem gesellschaftlichen Ansehen wĂ€re, wenn er den Burgherrn nach seinem Leiden gefragt und damit ihn und die Burggesellschaft erlöst hĂ€tte. Als er Sigune gegenĂŒber zugeben muss, dass er nicht zu einer einzigen mitleidigen Frage fĂ€hig war, spricht sie ihm alle Ehre ab, nennt ihn einen Verfluchten und verweigert jeden weiteren Kontakt. Unmittelbar danach trifft Parzival eine weitere Dame zum zweiten Mal: Jeschute. Indem er Orilus schwört, dass er kein LiebesverhĂ€ltnis mit ihr hatte, kann er sein Fehlverhalten bei der ersten Begegnung zumindest insoweit korrigieren, dass Jeschute gesellschaftlich rehabilitiert wieder als Gattin aufgenommen wird.
SchlieĂlich erfolgt eine weitere leitmotivische Handlungsvariation: Parzival erreicht die Artusgesellschaft zum zweiten Mal. Artus hatte sich eigens zu dem Zweck, den mittlerweile berĂŒhmten âroten Ritterâ zu finden, auf den Weg begeben, und dieses Mal wird Parzival mit allen höfischen Ehren in die Tafelrunde aufgenommen; er hat damit den weltlichen Gipfel der ritterlichen Karriereleiter erklommen. Die Tafelrunde versammelt sich zum gemeinsamen Mahl, doch nur scheinbar sind alle zuvor erzĂ€hlten WidersprĂŒche, Verfehlungen und internen RivalitĂ€ten vergeben und bewĂ€ltigt. AuĂer Parzival wird mit Gawan, Artusâ Neffen, hier ein weiterer ritterlicher Held im höfischen Ansehen, seinem Kampfesmut und seiner adligen WĂŒrde vom ErzĂ€hler ausdrĂŒcklich hervorgehoben.
Aber genau in diesem Moment höchster Prachtentfaltung und SelbstbestĂ€tigung der idealtypischen adligen Gesellschaft treten zwei Figuren auf, die mit bitteren VerwĂŒnschungen und VorwĂŒrfen gegen die Ritterehre ausgerechnet Gawans und Parzivals heitere Stimmung zerstören und das sofortige Ende der festlichen Versammlung bewirken: Die hĂ€ssliche Gralsbotin Cundrie la Surziere verflucht Parzival, beklagt sein Versagen auf der Gralsburg und kennzeichnet seine Anwesenheit am Artushof als Schande fĂŒr die ritterliche Gesellschaft insgesamt. Weiterhin macht sie die Runde darauf aufmerksam, dass die ritterliche Welt keineswegs so wohlgeordnet sei, wie es die fröhliche Geselligkeit glauben machen könnte. Cundrie erzĂ€hlt von der Gefangenschaft vieler hundert adliger Frauen und MĂ€dchen auf der Burg schastel marveile, darunter die nĂ€chsten weiblichen Verwandten Gawans und Artusâ. SchlieĂlich wird Gawan von Kingrimursel, dem Landgrafen von Schanpfanzun, des heimtĂŒckischen Mordes am König von Ascalun bezichtigt und zum Gerichtskampf herausgefordert.
Parzivals oberflĂ€chliche Gottesvorstellung zeigt sich darin, dass er sein Versagen auf der Gralsburg auf die mangelhafte FĂŒrsorge Gottes zurĂŒckfĂŒhrt, der ja seine Allmacht hĂ€tte zeigen können, um Anfortas zu erlösen und damit seinen treuen Diener Parzival vor der schmachvollen Verfluchung durch Cundrie zu bewahren. Wie in einem LehnsverhĂ€ltnis kĂŒndigt Parzival Gott den Dienst auf; diese FehleinschĂ€tzung des VerhĂ€ltnisses zwischen Gott und den Menschen steigert sich spĂ€ter zu einem regelrechten Gotteshass.
Der Titelheld verlĂ€sst die Tafelrunde umgehend und begibt sich auf eine jahrelange einsame Suche nach dem Gral. Er wird damit auch zur Randfigur der ErzĂ€hlung der folgenden BĂŒcher, in deren Vordergrund die Aventiuren Gawans stehen.
Gawans Abenteuer in Bearosche und Schanpfanzun (Buch VIIâVIII)
Die Parzival- und die Gawan-Handlung variieren dieselbe Grundproblematik aus unterschiedlichen Perspektiven: Beide Protagonisten werden als heldenhafte Ritter immer wieder herausgefordert, die verlorengegangene Ordnung der höfischen Welt wiederherzustellen. Parzival scheitert an dieser Aufgabe regelmĂ€Ăig, weil seine stufenweise ritterliche Ausbildung und Erziehung sich gegenĂŒber der jeweils folgenden, schwierigeren Aufgabenstellung als unzureichend erweist.
Gawan dagegen verkörpert vom ersten Auftritt an ideales Rittertum. Auch er hat sich zwar bei zunehmend schwierigeren Aufgabenstellungen mit Problemen der höfischen Gesellschaft auseinanderzusetzen; dabei haben alle Schwierigkeiten, in die er gestĂŒrzt wird, ihre Ursache in Minne- und Ehrekonflikten. Gawan aber erweist sich als fĂ€hig, die daraus erwachsenden Probleme durch Diplomatie und KĂ€mpfe zu lösen, auch wenn er selbst eben nicht â wie umgekehrt wiederum Parzival â in jahrelanger Treue an einer Ehepartnerin festhĂ€lt.
Auf dem Weg zum Gerichtskampf gegen den Landgrafen von Schanpfanzun Kingrimursel nach Ascalun kommt Gawan an der Stadt Bearosche vorbei und wird Zeuge von Kriegsvorbereitungen: Der König Meljanz von Liz belagert die Stadt seines eigenen Vasallen, weil Obie, die Tochter des Stadtherrn, seine Liebeswerbung zurĂŒckgewiesen hat. Kompliziert wird die Situation dadurch, dass Gawan zunĂ€chst von Obie völlig unmotiviert mit falschen Anschuldigungen ĂŒberzogen wird, er sei ein BetrĂŒger, dann jedoch nach der Klarstellung vom bedrĂ€ngten FĂŒrsten um ritterlichen Beistand gebeten wird. Gawans Ritterehre gebietet eigentlich, dieser Bitte zu entsprechen, andererseits will er aber in die KĂ€mpfe nicht verwickelt werden, weil er die Verpflichtung empfindet, rechtzeitig und unversehrt nach Ascalun zu gelangen. Obilot, der kleinen Schwester Obies, gelingt es schlieĂlich mit kindlichem Charme, Gawan zu ĂŒberreden, als ihr Ritter in die KĂ€mpfe einzugreifen; und Gawan entscheidet den Krieg, als er Meljanz gefangen nimmt. Er zeigt sich als kluger Vermittler, als er der kleinen Obilot den Gefangenen ausliefert und es somit erfolgreich ihr ĂŒberlĂ€sst, Meljanz und Obie miteinander zu versöhnen.
Die zentrale Textpassage, das Liebeswerben Obilots um Gawans ritterlichen Beistand, bekommt einen komischen Akzent durch den extremen Altersunterschied der beiden; Gawan geht im Rahmen der höfischen Konventionen spielerisch auf Obilots Avancen ein. Das nĂ€chste Minne-Abenteuer dagegen â Partnerin ist mit Antikonie, der Schwester des Königs von Ascalun, diesmal eine attraktive Frau â entwickelt sich zu einer ernsten Gefahr fĂŒr das Leben des Helden. Gawan trifft den König Vergulaht, dessen Vater er angeblich erschlagen habe, bei der Jagd, und der König empfiehlt ihn der Gastfreundschaft seiner Schwester in Schampfanzun. Gawans kaum verhĂŒlltes sexuelles Begehren und Antikonies offensichtliches Gegeninteresse fĂŒhrt die beiden in eine kompromittierende Situation; als sie entdeckt werden, macht die Stadtbevölkerung gegen die angebliche Vergewaltigungsabsicht Gawans regelrecht militĂ€risch mobil. Weil Gawan unbewaffnet ist, können die beiden sich der folgenden Angriffe nur mĂŒhsam erwehren, vollends unhaltbar wird Gawans Lage, als König Vergulaht selbst gegen ihn in den Kampf eingreift.
Gawan hatte allerdings von Kingrimursel freies Geleit bis zum Gerichtskampf zugesichert bekommen; deshalb stellt sich dieser nun schĂŒtzend vor den Ritter und damit gegen den eigenen König. Die anschlieĂenden heftigen Diskussionen im Beraterkreis des Königs fĂŒhren zu einem Kompromiss, der es Gawan erlaubt, das Gesicht zu wahren und die Stadt frei zu verlassen: Der Gerichtskampf wird verschoben â er wird schlieĂlich gar nicht mehr stattfinden, da Gawans Unschuld bewiesen wird â, und Gawan bekommt die Aufgabe ĂŒbertragen, sich an Stelle des Königs auf die Suche nach dem Gral zu begeben.
Parzival bei Trevrizent â Religiöse Unterweisung und AufklĂ€rung (Buch IX)
Wenn der ErzĂ€hler hier den Parzival-Faden wieder aufnimmt, sind vier Jahre vergangen seit dem letzten Auftritt des âRoten Rittersâ im Hintergrund der Aventiuren Gawans. An Parzivals Grundhaltung hat sich nichts geĂ€ndert: Nach wie vor lebt er im Hass auf Gott, der ihm die Hilfe, zu der er nach Parzivals Meinung verpflichtet war, im entscheidenden Moment auf der Gralsburg verweigert hatte; immer noch ist er auf der einsamen Suche nach dem Gral.
ZunĂ€chst begegnet Parzival zum dritten Mal seiner Cousine Sigune. Diese lebt ganz der Trauer um ihren verstorbenen Geliebten Schionatulander und hat sich mittlerweile zusammen mit dessen Sarg in einer Klause einmauern lassen; von der Gralsburg aus wird sie mit dem Notwendigsten versorgt. Dass sie inzwischen wieder dazu bereit ist, mit Parzival zu kommunizieren, sich mit ihm auszusöhnen, ist das erste Zeichen fĂŒr eine mögliche Wende zum Guten im Schicksal des Titelhelden; die Gralsburg kann er allerdings trotz der offensichtlichen NĂ€he noch nicht finden.
Nochmals einige Wochen spĂ€ter, synchronisiert mit der christlichen Heilsgeschichte an einem Karfreitag, trifft Parzival auf eine Gruppe von BuĂpilgern, die ihm entsetzt ĂŒber seinen Auftritt in Waffen an diesem Tag und seine Abwendung von Gott raten, einen in der NĂ€he in einer Höhle wohnenden âheiligen Mannâ aufzusuchen, um von ihm Hilfe und SĂŒndenvergebung zu erhalten. Erst diese Begegnung mit dem Einsiedler Trevrizent, einem Bruder seiner Mutter, wie sich herausstellt, bringt die persönliche Entwicklung des Helden â und das heiĂt: dessen ritterliche Erziehung â zum Abschluss. Die langen GesprĂ€che der folgenden beiden Wochen bei Trevrizent unterscheiden sich deutlich von den vorangegangenen Lehrstunden des Titelhelden bei Herzeloyde beziehungsweise Gurnemanz. Sie sind wesentlich umfangreicher, aber auch grundsĂ€tzlich anders angelegt als die frĂŒheren: Indem der Einsiedler in quasi mĂ€eutischen Dialogen mit Parzival die gesamte Problematik erörtert, lĂ€sst er diesen selbst zu den entscheidenden Erkenntnissen ĂŒber die Ursachen seiner desolaten Verfassung kommen.
Trevrizents Beitrag besteht dabei im Wesentlichen aus Fragestellung und AufklĂ€rung: Er erlĂ€utert als richtiges GottesverstĂ€ndnis, dass sich Gott nicht zwingen lasse, Hilfe dem zu gewĂ€hren, der sie â wie Parzival â meint einfordern zu können, sondern sie aus göttlicher Gnade und Liebe zu den Menschen heraus dem gewĂ€hre, der sich demĂŒtig in Gottes Willen ergibt. Weiter erklĂ€rt der Einsiedler, dessen Name durch Wolfram von Eschenbach von Trismegistos abgeleitetcite-ref-13[13] wird, ausfĂŒhrlich die Beschaffenheit und die Wirkungskraft des Grals; zusammengefasst: Es ist ein kostbarer Stein, der lebens- und jugenderhaltende KrĂ€fte besitzt, die jĂ€hrlich am Karfreitag durch eine aus dem Himmel gespendete Oblate erneuert werden; mitunter erscheint eine Schrift auf dem Stein, die Anweisungen gibt, beispielsweise darĂŒber, wer in die Gralsritterschaft aufgenommen werden soll.
AusdrĂŒcklich verneint Trevrizent die Möglichkeit, den Gral durch ritterliche Taten und KĂ€mpfe zu erlangen, wie es Parzival oder inzwischen auch Gawan versuchen.
Gralskönig kann nur werden, wer vom Gral dazu berufen wird, und die Gemeinschaft wartet sehnsĂŒchtig auf eine solche Botschaft des Steins, damit Anfortas von seinen Leidencite-ref-14[14] erlöst wird. Parzival erfĂ€hrt, dass er vom epitafum, der verlöschenden Schrift auf Gral, ausersehen war, seinen Onkel Anfortas durch die Frage nach dessen Leiden zu erlösen.cite-ref-15[15] Trevrizent hebt die Geschichte des SĂŒndenfalls, und insbesondere die Geschichte des Brudermords Kains an Abel, als exemplarisch fĂŒr die SĂŒndhaftigkeit der Menschheit insgesamt und die Abkehr von Gott hervor. Im Zusammenhang damit wird die Offenbarung von Parzivals Familiengeschichte â Anfortas, der wegen Parzivals FrageversĂ€umnis weiter leiden muss, ist ebenfalls Bruder seiner Mutter, Herzeloyde ist in der Trauer ĂŒber den Verlust Parzivals gestorben, auch der getötete Ither, in dessen RĂŒstung Parzival immer noch steckt, war ein Verwandter â zum schwerwiegenden SĂŒndenregister.
Die Tage bei Trevrizent in der spartanisch ausgestatteten Höhle und bei kĂ€rglicher Verpflegung werden zur trostreichen BuĂĂŒbung; als Parzival Trevrizent verlĂ€sst, erteilt ihm dieser ganz entsprechend eine Art Absolution. Damit ist Parzival offenbar von den SĂŒnden seiner Vergangenheit erlöst, diese werden jedenfalls im weiteren Verlauf der ErzĂ€hlung nicht mehr als Belastung fĂŒr den Helden thematisiert. Vor allem aber ist er vom Gotteshass befreit.
Gawan und Orgeluse (Buch XâXIII)
Gawan reitet ungefĂ€hr vier Jahre auf der Suche nach dem Gral umher und trifft an einer Linde eine Dame mit einem verletzten Ritter namens Urjanscite-ref-16[16]cite-ref-17[17] in den Armen. Da er ein gebildeter Ritter ist, kennt Gawan sich auch in der Medizincite-ref-18[18]cite-ref-19[19] aus. Er sieht, dass die Wunde den Ritter das Leben kosten könnte, wenn nicht das Blut herausgesaugt wĂŒrde. So gibt er der Dame ein Rohr aus einem LindenĂ€stchen, die ihren Liebsten auf diese Weise vor dem Tode retten kann (Wolfram beschreibt hier eine Pleurapunktion bzw. Thorakozentesecite-ref-20[20]), vermutet wurde auch eine Perikardpunktion.cite-ref-21[21] Von dem Ritter erfĂ€hrt Gawan, dass in der NĂ€he die Burg Logrois sei, deren hĂŒbsche Herrscherin, Orgeluse, viele Ritter um ihre Minne bitten. So reitet er ein StĂŒck weiter und sieht einen Berg mit einer Burg. Auf diesen Berg fĂŒhrt nur ein Rundweg, den Gawan mit seinem Gralspferd Gringuljete beschreitet. Oben angekommen trifft er Orgeluse, die ihm gegenĂŒber sehr abweisend ist. Dennoch reiten sie gemeinsam aus und treffen auf MalkreatĂŒr (deutsch: schlechtes Geschöpf), den Bruder von Cundrie. Gawan wirft MalkreatĂŒr zu Boden, welcher daraufhin dort liegen bleibt. Nach einigem Hohn von Orgeluse gegenĂŒber Gawan reiten sie weiter, MalkreatĂŒrs Pferd folgt ihnen. Sie kommen zur Linde mit dem Ritter und Gawan gibt ihm HeilkrĂ€uter, die er auf dem Weg gesammelt hatte, natĂŒrlich nicht ohne Spott von Orgeluse. Der Ritter springt auf Gringuljete, sagt, das sei die Rache fĂŒr den Hohn und den Spott, den er durch Gawan an Artusâ Hof hatte erleiden mĂŒssen. Denn dieser Ritter hatte eine Jungfrau misshandelt und geschĂ€ndet, ohne dass sie die Seinige war. So reitet der von Gawan geheiltecite-ref-22[22] Ritter mit seiner Geliebten von dannen, und Gawan bleibt nichts anderes ĂŒbrig, als auf MalkreatĂŒrs Pferd, einem schwĂ€chlichen Gaul, weiterzureiten. Orgeluse verspottet Gawan weiterhin, und als sie an einen Fluss kommen, trennen die beiden sich, indem Orgeluse ihn ohne Gawan ĂŒberquert.
Gawans Kampf gegen Lischoys Gwelljus
Zuerst erblickt Gawan am gegenĂŒberliegenden Ufer eines angrenzenden Flusses das Schloss und seine Bewohnerinnen in den Fenstern. Der Grund fĂŒr seinen dortigen Aufenthalt ist seine noch unerfĂŒllte Minne zu Orgeluse. Er soll sich dort auf ihren Wunsch hin das Recht auf ein Wiedersehen mit einem Kampf gegen den Ritter Lischoys Gwelljus erstreiten, wĂ€hrend sie sich schon auf der FĂ€hre nach Terre marveile befindet. Orgeluse benutzt dabei einen Verweis auf die Zuschauerinnen als Ansporn fĂŒr Gawan. Dieser Verweis lĂ€sst schon darauf schlieĂen, dass sich die Handlung in Richtung dieses Schauplatzes verschieben wird.
Beim FĂ€hrmann Plippalinot
Der Kampf und Sieg ĂŒber Lischoys wird zwar von den Jungfrauen vom Schloss aus beobachtet, findet aber in der normalen Welt statt. Durch den Sieg erhĂ€lt Gawan sein Gralspferd zurĂŒck. Mit der Ăberquerung des Flusses ĂŒberschreitet Gawan die Trennlinie zwischen Artuswelt und Terre marveile (deutsch: Zauberland). Der FĂ€hrmann, der ihn ĂŒbersetzt, heiĂt Plippalinot und erzĂ€hlt Gawan spĂ€ter, nachdem er ihn als Gast in sein Haus aufgenommen hat, von Terre marveile; er beschreibt es als ein einziges Abenteuer. Da Gawan sehr interessiert den FĂ€hrmann nach Schastel marveile (deutsch: Zauberschloss) ausfragt, beginnt dieser ihm weitere Information zu verweigern, da er Angst hat, Gawan zu verlieren.
Durch Gawans HartnÀckigkeit wird eine invertierte Beziehung zur Parzivalhandlung sichtbar. Parzival versÀumt die richtige Frage an der richtigen Stelle, Gawan hingegen fragt, wo er nicht fragen soll.
Als Gawan Plippalinot endlich soweit hat und dieser ihm antwortet, geht Plippalinot davon aus, dass Gawan anschlieĂend kĂ€mpfen wird. Deshalb rĂŒstet er den Ritter zuerst mit einem schweren alten Schild aus, bevor er ihm den Namen des Landes nennt und dessen groĂe Gefahren beschreibt. Dabei hebt er bei den Wundern ausdrĂŒcklich das Lit marveile (magisches Bett) hervor. Neben dem Schild stattet Plippalinot Gawan noch mit weisen RatschlĂ€gen aus, welche sich spĂ€ter als sehr nĂŒtzlich erweisen: Gawan soll dem Kaufmann vor den Toren etwas abhandeln und sein Pferd in dessen Obhut geben, im Schloss immer seine Waffen bei sich tragen und sich in abwartender Haltung auf Litmarveile niederlegen.
Genau so wird sich Gawan anschlieĂend verhalten.
Gawan beim Kaufmann
Am Schloss angekommen stellt Gawan fest, dass er die dort angebotene Ware nicht bezahlen kann. Der Kaufmann bietet ihm daraufhin an, auf sein Pferd aufzupassen, damit er sein GlĂŒck versuchen kann. Danach geht Gawan durchs Tor und betritt das Schloss, was ihm keiner wehrt. Der riesige Innenhof des Schlosses ist verlassen, ebenso der Rest des Schlosses. Die sich im Schloss befindlichen Damen dĂŒrfen Gawan nicht bei seinem Kampf beistehen, und somit kann er nicht, wie es bei den vorherigen KĂ€mpfen meist der Fall war, seine Kraft aus dem Minnedienst holen, wie etwa in der Schlacht vor Bearosche, als er die Minne von Obilot nutzte. Damals war ihre Minne sein Schirm und Schild, was er symbolisch durch das Anbringen eines Ărmels ihres Kleides auf einem seiner Kampfschilde ausdrĂŒckte. Hierbei fĂ€llt auf, dass der âSchildeinsatzâ in Gawans Minneabenteuer immer eine wesentliche Rolle spielt.
Die Abenteuer im Zauberschloss
Die erste TĂŒcke, die Gawan im Schloss ĂŒberwinden muss, ist der spiegelglatte FuĂboden, der von Klingsor höchstpersönlich entworfen wurde, aber vor allem das Zauberbett Litmarveile.
Dieser glatte FuĂboden scheint den besonders gefĂ€hrlichen Weg zur Minne zu symbolisieren, welche durch das Bett sehr passend dargestellt ist. Der erste Versuch, den Gawan unternimmt, Litmarveile zu besteigen, scheitert klĂ€glich. Erst durch einen kĂŒhnen Sprung gelangt er schlieĂlich auf das Bett. Dieser Szene ist eine gewisse Komik nicht abzusprechen, sie symbolisiert wohl die, teilweise belustigenden, BemĂŒhungen mancher MĂ€nner um Minnedienst.
Als das Bett nun wie wild geworden durch den Raum jagt, um Gawan loszuwerden, zieht der Ritter den Schild ĂŒber sich und betet zu Gott. Hier befindet sich Gawan in einer Situation, die fĂŒr einen normalen Menschen ausweglos erscheinen wĂŒrde, einem hilflosen Moment. Dabei soll wohl auf den gefĂ€hrlich-demĂŒtigenden Aspekt der Minne hingewiesen werden. Da Gawan aber bereits alle Facetten der Minne durchlebt hat, kann er das Bett stoppen. Aber die Gefahren sind noch nicht ĂŒberstanden. Denn nachdem das Bett bezwungen ist, muss Gawan noch zwei Angriffe, erst von fĂŒnfhundert Steinschleudern, dann von fĂŒnfhundert ArmbrĂŒsten, ĂŒberstehen. Die fĂŒnfhundert Schleudern und fĂŒnfhundert ArmbrĂŒste symbolisieren die mĂ€chtige Zauberkraft Klingsors. Hierbei ist die schwere AusrĂŒstung der Ritter eher hinderlich, sie erfĂŒllt im normalen Kampf zwar ihren Dienst, ist jedoch gegenĂŒber der Minne machtlos. Nun kommt ein in Fischhaut gehĂŒllter Riese in den Saal, welcher Gawan aufs heftigste beschimpft und ihn nebenbei noch auf die darauf folgende Gefahr hinweist. Da der unbewaffnete HĂŒne kein standesgemĂ€Ăer Gegner fĂŒr einen Artusritter zu sein scheint, dient dieser Einschub wohl dazu, einen Bruch in der Art des Angriffs deutlich zu machen.
Der nun hereinspringende Löwe geht sofort brutal auf Gawan los. Der Löwe setzt Gawan stark zu, doch es gelingt, ihm eine Tatze abzuhacken und ihn schlieĂlich mit einem SchwertstoĂ durch des Löwen Brust zu töten. Der Kampf gegen den âKönig der Tiereâ symbolisiert hier wohl den Kampf gegen das Höfische an sich.cite-ref-23[23] Gawan bricht nun, verwundet und verletzt, ohnmĂ€chtig auf seinem Schild zusammen.cite-ref-24[24]
Dieses Zusammenbrechen auf dem Schild bedeutet nun das Ende der Gefahren. Das Schloss ist erobert, der Zauberbann gebrochen. Der Schild Gawans im Löwenkampf, welcher fĂŒr die Verkörperung der höfischen Gesellschaft steht, steht fĂŒr die Minne. Im Kampf gegen Litmarveile hingegen sind die Rollen vertauscht: Das Zauberbett, welches die Minne verkörpert, ist hier die Gefahr, Gawans Ritterlichkeit sein Schutz.
Warum Gawan?
Gawan gelingt es im Gegensatz zu vielen anderen Rittern, all die Gefahren im Schloss heil zu ĂŒberstehen, weil er in allen KĂ€mpfen mit den passenden FĂ€higkeiten ausgestattet ist. Da wĂ€re erstens: Erfahrenheit in Minneangelegenheiten, und zweitens: taktisches Geschick. AuĂerdem helfen ihm sein schwerer Eichenschild und das richtige Gebet zur rechten Zeit. Der Schild steht fĂŒr den rechten Glauben (Eph. 6, 16: âVor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösen.â).
Klingsor (Herzog Terra di Lavoro)
Klingsor (auch: Klinschor) wird, als der Herr des Landes, welches âgar aventureâ ist, das erste Mal von Plippalinot beim Namen genannt. Klingsor, der Schlossherr von Schastel marveile, tritt bis zur Eroberung der Burg nur im Zusammenhang mit Zauberei auf. Wichtige Details erfĂ€hrt man bereits von König Gramoflanz. So erschlug dieser, um die Minne der Herzogin (Orgeluse) fĂŒr sich zu gewinnen, deren Geliebten Zidegast. Nach dieser Tat trachtet die Herzogin ihm nach dem Leben. Sie hatte viele Söldner und Ritter in ihrem Dienst, die sie ausschickte, Gramoflanz zu töten. Unter ihnen befand sich auch der Ritter Anfortas, welcher sich in ihrem Dienste seine starke Schmerzen verursachendecite-ref-25[25] Wunde zuzog. Er schenkte Orgeluse auch den prachtvollen Kaufmannstand (welcher nun vor Schastel marveile steht). Aus Furcht vor dem mĂ€chtigen Magier Klingsor ĂŒbergab sie ihm den kostbaren Kaufmannstand unter der Bedingung, dass ihre Minne und der Stand als zusĂ€tzlicher Preis fĂŒr den Bezwinger der Abenteuer öffentlich ausgesetzt werden. Damit wollte Orgeluse Gramoflanz anlocken und in den Tod schicken.
Allerdings hat auch Gramoflanz kein schlechtes VerhÀltnis zu Klingsor, da sein Vater Irot diesem den Berg und die acht Meilen Land zur Erbauung von Schastel marveile schenkte. Und so sah Gramoflanz keinen Grund, Schastel marveile zu erobern. Bis jetzt erfÀhrt man also, dass Klingsor eine Ausbildung in schwarzer Magie genossen haben muss, dass er andererseits aber auch ein Landesherr ist, dem höfische Umgangsformen nicht fremd sind.
Nachdem Gawan nun die Gunst von Orgeluse erringen konnte, kehrt er nach Schastel marveile zurĂŒck, um die weise (und heilkundigecite-ref-26[26]) Arnive ĂŒber Klingsor zu befragen. Er will wissen, wie es einer fertigbringen konnte, mit so einer List zu arbeiten. Von Arnive erfĂ€hrt Gawan, dass Terremarveile nicht das einzige Gebiet ist, ĂŒber das Klingsor herrscht bzw. herrschte. Sein Heimatland sei Terre de Labur, und er entstamme aus dem Geschlecht des Herzogs von Neapel. Sie erzĂ€hlt weiterhin, dass Klingsor vom Stande Herzog sei und in seiner Stadt Capua ein hohes Ansehen genossen habe, doch durch eine ehebrecherische Minne zur Königin Ibilis von Sizilien einen enormen Verlust hinnehmen musste, welcher ihn letztendlich zur Zauberei trieb. Er wurde von König Ilbert in flagranti mit dessen Frau ertappt, so dass sich dieser nicht anders zu helfen wusste, als ihn zu kastrieren.
Infolge dieser ihm angetanen Schmach machte sich Klingsor auf den Weg in das Land Persida, wo die Zauberei mehr oder weniger ihren Ursprung hat. Dort ging er in die Lehre, bis er zu einem groĂen Zaubermeister geworden war. Der Grund fĂŒr die Erbauung von Schastel marveile war Rache. Hiermit wollte Klingsor das GlĂŒck aller Angehörigen der höfischen Gesellschaft zerstören, um dadurch seine Entmannung zu rĂ€chen. Diese Rache versucht er mit Hilfe aller Mittel, ĂŒber die er dank seiner Zauberkunst Gewalt besitzt, auszufĂŒhren. Auf Grund seiner eigenen Schmach und des Scheiterns an der Minne bildet er die Abenteuer zur Bezwingung des Schlosses den Gefahren des Minnedienstes nach. Trotz seines Schwarzmagierlebens bleibt er immer zu einem gewissen Grad höfisch, was man, als es um den Ăbergang von Terremarveile an Gawan geht, sehen kann. Als Gawan Schlossherr ĂŒber das Land und seine ReichtĂŒmer wird, verschwindet Klingsor sowohl aus dem Gebiet als auch aus dem Buch.
Vergleich zwischen Schastel marveile und Munsalvaesche
Im Buch verkörpert Munsalvaesche die Burg Gottes und somit die Gralsburg. Schastel marveile hingegen verkörpert das pure Böse. Beide existieren auf âunserer Weltâ, was verdeutlicht, dass in uns alles Böse und Gute enthalten ist. Klingsors zwiespĂ€ltige Persönlichkeit ist ein weiteres Beispiel dafĂŒr. Des Weiteren haben Klingsor und Anfortas ein sehr Ă€hnliches Problem. Beide geraten durch den Minnedienst in sehr groĂe Not. Sie verlieren beide ihre Möglichkeit, selbst Leben weiterzugeben.
Klingsor geht daraufhin den âWeg des Bösenâ und beginnt seinen Rachefeldzug gegen die Minne, anhand von Schwarzer Magie. Anfortas dagegen wendet sich dem Gral zu und schlĂ€gt den âWeg der BuĂeâ ein, was eine Symbolik fĂŒr die starken GegensĂ€tze der beiden Burgen ist.
Zusammenfassung
Die Schastel-marveile-Episode vereint mehrere Themen miteinander. In ihr werden die Gefahren des Minnedienstes auf mehr oder weniger abstrakte Weise dargestellt. Dabei wird eine zur Parzivalhandlung korrespondierende Szenenbildung durch das Frageverhalten Gawans bzw. Parzivals und durch die spiegelbildliche Darstellung von Klingsor und Anfortas als Gegensatz zwischen Gralswelt und Terremarveile aufgebaut. Sowohl Klingsor als auch Anfortas sind der Minne erlegen. WĂ€hrend jedoch Anfortas den Weg der BuĂe wĂ€hlt, geht Klingsor den Weg der Rache. Der Zauberer wird im Buch aber auch zum GegenstĂŒck zu Kundrie und spiegelt zugleich die negativen Effekte von Orgeluses RachegelĂŒsten, welche in den Förmlichkeiten der höfischen Gesellschaft wurzeln. Kurz gesagt: Klingsor steht fĂŒr alle Fallen, in die ein Angehöriger des Hofes tappen kann. Durch Gawans Sieg im Schloss wird allerdings deutlich gemacht, dass ein rechtschaffener und perfekt höfischer Ritter (wie Gawan es ist) diese Fallen umgehen kann. Klingsor verschwindet danach aus dem Buch und mit ihm alle negativen Seiten der Personen.
Gawan und das Zauberschloss Klingsors: Details und Interpretation
Von dem, was oben bereits geschildert wurde, hier die Einzelheiten und eine abschlieĂende Interpretation:
Eines Morgens sieht Gawan im strahlenden Sonnenlicht Schastel marveile vor sich liegen. Der FĂ€hrmann, der ihm begegnet, gibt nur ungern Auskunft ĂŒber dieses Zauberschloss. âWenn Ihrâs durchaus wissen wollt, so hört, dass Ihr hier in Klinschors Zauberlande seid. Die Burg dort ist das Zauberschloss. Vierhundert Frauen werden darin durch ZauberkĂŒnste gefangengehalten. In der Burg steht ein Wunderbett, das bringt alle in groĂe Not. Noch viele andere Gefahren sind dort zu bestehen. Oft schon haben Ritter versucht, die Frauen zu befreien, aber noch nie ist einer von ihnen lebend zurĂŒckgekommen.â
Schastel marveile ist das Gegenbild der Gralsburg. Wie die Gralsburg eigentlich nicht auf der Erde, sondern in der geistigen Welt zu suchen ist, so auch das Zauberschloss Schastel marveile. Aber es sind verschiedene Welten: Die Gralsburg stellt die lichte Welt dar, Klingsors Zauberschloss reprĂ€sentiert die Welt der dunklen KrĂ€fte. Schon an der Stelle, wo Gawan sich vom FĂ€hrmann ĂŒber den Strom setzen lĂ€sst, betreten wir eigentlich die ĂŒbersinnliche Welt. Der FĂ€hrmann entspricht dem TotenfĂ€hrmann der griechischen Mythologie. Denn der FĂ€hrmann verlangt von den Rittern, die er ĂŒbersetzt, gewöhnlich die Pferde. Das Pferd ist hier Sinnbild fĂŒr den Körper. Denn unser Körper ist gleichsam das Reittier, mit dem wir uns ĂŒber die Erde hinbewegen (â SekundĂ€rliteratur). Wenn Gawan, bevor er an jenen Strom kommt, MalkreatĂŒr, dem Bruder Kundries, begegnet, so ist auch das ein Hinweis darauf, dass Gawan nun die Grenze zur ĂŒbersinnlichen Welt ĂŒberschreitet. Wie Kundrie zur Gralsburg gehört, so gehört MalkreatĂŒr zu Klingsors Schloss. Gawan wird mit MalkreatĂŒr leicht fertig, wĂ€hrend Parzival mit Kundrie nicht fertig wird. Parzival steht Kundrie hilflos gegenĂŒber und wird von ihr verflucht. Gawan hingegen bezwingt MalkreatĂŒr und nimmt ihm das Pferd. Er hat ein reines Gewissen und braucht die Begegnung mit dem eigenen niederen Ich nicht zu scheuen. Das ist auch ein Hinweis darauf, dass Gawan die weiteren Abenteuer in der dunklen Welt Klingsors bestehen wird. Klingsor war Herzog von Capua und Neapel. Er verfĂŒhrte die Gemahlin des Königs von Sizilien zum Ehebruch, wurde dafĂŒr von jenem König kastriert und musste in Zukunft auf Frauenliebe verzichten. Danach ergab er sich der schwarzen Magie. Um sich fĂŒr die erlittene Schmach zu rĂ€chen, will Klingsor möglichst viele Frauen unglĂŒcklich machen. Er bindet und fĂ€ngt sie und sperrt sie in sein Schloss Schastel marveile. Gawan will nun diese Frauen befreien, so wie er auch die in der NĂ€he lebende Orgeluse mit seiner Liebe erlösen will. Er hört vom FĂ€hrmann, dass dieser tags zuvor einen roten Ritter ĂŒber den Strom gesetzt hat, der fĂŒnf andere Ritter ĂŒberwand, und dass er von ihm deren Rosse geschenkt bekam.
Hier werden der Parzival-Teil â Parzival, der rote Ritter! â und der Gawan-Teil des Romans miteinander verknĂŒpft. Doch zieht Parzival achtlos an dem Zauberschloss vorbei und fragt nur nach dem Gral.
Mit groĂer Sorge entlĂ€sst der FĂ€hrmann nun Gawan, als der zum Zauberschloss aufbricht. Bald steht Gawan vor dem Schloss. Dem KrĂ€mer ĂŒberlĂ€sst er sein Pferd und geht durch das groĂe Eingangstor. Im Schloss ist niemand zu sehen, und so durchschreitet er viele GĂ€nge und Zimmer, bis er schlieĂlich in einen hochgewölbten SĂ€ulensaal kommt, wo er das Wunderbett entdeckt, von dem ihm der FĂ€hrmann erzĂ€hlt hatte. Es rollt herum, und immer wenn Gawan sich ihm nĂ€hert, weicht es ihm aus. Als es mal wieder in seine NĂ€he kommt, springt er schlieĂlich mit Schwert und Schild hinein. Nun geht eine rasende Fahrt los. Das Bett saust mit Getöse von Wand zu Wand, dass die ganze Burg erdröhnt. Gawan deckt sich mit seinem Schild zu und befiehlt sich in Gottes Schutz. Durch seine innere Ruhe und sein Gottvertrauen bringt er das Bett zum Stehen.
Die zweite Gefahr bedroht Gawan aus der Luft. 500 Wurfschleudern ĂŒberschĂŒtten ihn mit ihren Geschossen, dazu kommen noch 500 Pfeile von ArmbrĂŒsten. Trotz des guten Schildes trĂ€gt der Held Wunden davon.
Die dritte Gefahr, der in Fischhaut gehĂŒllte Riese, weist Gawan auf seine nĂ€chste Aufgabe hin: Den nun hereinspringenden Löwen tötet der Ritter mit einem Stich durch dessen Brust. Die vier Aufgaben stellen die vier Elementarreiche, Erde, Wasser, Luft und Feuer dar. Da diese auf Klingsors Schloss durch dunkel-dĂ€monische TriebkrĂ€fte verhext und verbannt sind, mĂŒssen sie durch Gawans Aufgaben erst gelĂ€utert und entzaubert werden, sodass die 400 Frauen erlöst werden können, das Schloss aber, und das umliegende Land, an Gawan ĂŒbergehen kann. Gawan stirbt dabei fast an seinen Wunden und kann nur von den Frauen des Schlosses geheilt werden.
Parzival und Feirefiz (Buch XVâXVI)
Parzival trifft im Walde auf einen heidnischen (römischen) Ritter von unvergleichbarer Macht â 25 LĂ€nder dienen ihm â und Pracht, mit edelstem Herzen auf der Suche nach Ehre und Ruhm; aus der Minne zu seinem Weibe Sekundille speist sich seine Kraft. Parzival lebt durch Condwiramurs, sein vertrautes Weib, des Grales Segen und seine Söhne. Es kommt zum Kampfe zweier EbenbĂŒrtiger â der Getaufte gegen den Heiden, Söhne desselben Vaters, seltsam vertraut und doch einander unbekannt: zwei, die in Wahrheit einer sind. Parzival zerschlĂ€gt sein Schwert GahavieĂ auf des Bruders Helm â das Schwert, das er, als halber Narr, vom toten Ither nahm und gottgewollt als Leichenraub nicht taugen sollte. Hier bietet ihm der Gegner Frieden an, denn Ruhm kann er an dem nun Unbewaffneten nicht mehr gewinnen, mehr noch, auch er entledigt sich seines Schwertes. Den Worten Parzivals vertrauend entblöĂt Feirefiz sein Haupt, gibt sich seinem Bruder zu erkennen: Feirefiz, schwarz und weiĂ durcheinander wie ein beschriebenes Pergament, von der Farbe der Elster, wie Eckuba ihn ihm beschrieb. Ein Kuss zwischen den BrĂŒdern besiegelt ihren Frieden und Feirefiz findet nach Tagen der Freude Aufnahme in Artusâ Tafelrunde.
Vermummt tritt Kundrie la SurziĂšre auf, jene, die einst Parzival verwĂŒnschte, als er bei Anfortas zu Gaste war und diesen von seinem Leiden nicht erlöste. Nun bittet sie, dass er ihr verzeihe. Parzival bezwingt seinen Hass und soll nach Munsalvaesche ziehen, um Anfortas durch Fragen von dessen Leid zu befreien. Von Parzival nimmt sie den Fluch:
Alles, was im Umkreis der Planetencite-ref-27[27] ist und was ihr Glanz bescheint, ist Dir zu erreichen und zu erwerben bestimmt. Dein Schmerz muss nun vergehen. Nur allein das gierige UngenĂŒgen schlieĂt Dich aus der Gemeinschaft aus, denn der Gral und des Grales Kraft verbieten Dir unaufrichtige Freundschaft. Du hattest Dir in der Jugend die Sorge groĂgezogen, aber die nahende Freude hat sie um ihre Hoffnung gebracht. Du hast der Seele Ruhâ erstritten und des Lebens Freude in Sorgen erharrt.
Parzival sei vorbestimmt, König des Grals zu sein. Sie reiten, begleitet von Feirefiz, Anfortas zu erlösen.
Nur zwei Wege gibt es, Anfortas von seinem Leide zu befreien. Ihn sterben zu lassen verwehren ihm seine Getreuen, die ihm Mal um Mal Kraft durch den Gral in der Hoffnung auf Erlösung geben. Dies ist der Weg, den Anfortas Parzival offenbaren kann: er solle ihn vom Gral fernhalten. Der andere Weg ist die erlösende Frage aus dem Munde des Mannes, dem dort all seine Freude zerronnen war und dem nun alle Sorge vergangen ist: Oheim, was wirret Dir?, die Anfortas durch die Kraft des Herrn gesunden lÀsst.
Parzival macht sich auf zum Lager seiner Frau und seiner Kinder, die er seit Jahren nicht gesehen hat. Als Gralskönig hat er schier unendlichen Reichtum, Land und Macht. Die ererbten Lehen seines Vaters gibt er an seinen Sohn KardeiĂ weiter, der dann (noch Kind) König dieser LĂ€nder ist. Mit seinem angetrauten Weibe und seinem Sohn Loherangrin kehrt er noch am selben Tage nach Munsalvaesche zurĂŒck.
Auf der Gralsburg wird der Gral auf Achmardisseide von der Jungfrau Repanse de Schoye, Schwester des Anfortas, in den Festsaal getragen, wo er wundersam alle GefĂ€Ăe mit Speisen und GetrĂ€nken fĂŒllt. Der bunte Heide Feirefiz kann den Gral nicht sehen, denn er darf nicht wollen, dass die Augen des Heiden ohne die Kraft der Taufe die Kameradschaft derer erlangen, die den Gral anschauen. Feirefizâ Aufmerksamkeit gilt Repanse, zu der seine Minne entbrennt und Sekundille vergessen macht. Parzival, Burgherr und Gralskönig, trĂ€gt Feirefiz die Taufe auf, will er von Repanse Minne fordern: Jupitercite-ref-28[28] soll er verlieren, Sekundille fahren lassen.
Feirefiz willigt in die Taufe ein, wenn er nur das MĂ€dchen bekommt: Wenn es mir gut ist gegen Ungemach, so glaube ich, was Ihr [der Priester] gebietet. Wenn ihre Minne mich belohnt, so tue ich gern Gottes Gebot. Er wird getauft und der Gral erscheint nun auch vor seinen Augen.
Nach Tagen bringt Kundrie groĂe Neuigkeit: der Tod habe Sekundille geholt. Nun wird auch Repanse wirklich froh, die, die vor Gott ohne Falsch war.
Loherangrin wÀchst zu einem starken Manne heran.
Rezeptionsgeschichte
Mittelalterliche Rezeption
Ulrich von Rappoltsteincite-ref-29[29] beschĂ€ftigte âzwei Dichter, Philipp Colin und Claus Wisse, sowie einen Schreiber, Henselin, und noch einen Ăbersetzer, den Juden Samson Pine, fĂŒnf Jahre (1331-1336) langâcite-ref-30[30], um den âNĂŒwen Parzivalâ zu fertigen, wie aus dem Epilogcite-ref-31[31] bekannt ist. Ergebnis der Arbeit war der Karlsruher Cod. Donaueschingen 97cite-ref-32[32], wobei es sich um âeines der ganz wenigen mhd. handschriftlichen Originale, die wir aus dem Mittelalter kennenâcite-ref-33[33], handelt. Der Text wurde von Karl Schorbach ediert und 1888 herausgegeben.cite-ref-34[34]
Ăbertragungen
Von Wolframs Epos gibt es zahlreiche Ăbertragungen aus dem Mittelhochdeutschen ins Neuhochdeutsche, sowohl in Versform (v. a. aus dem 19. Jahrhundert) als auch als ProsaĂŒbertragung. Als Nachteil der Ă€lteren, gereimten Ăbertragungen in Versform gilt, dass sie sich in Sprachgestaltung und Begriffsdeutung zwangslĂ€ufig sehr weit vom Original entfernen mussten. ProsaĂŒbertragungen können demgegenĂŒber die Konnotationen des mittelhochdeutschen Wortschatzes genauer wiedergeben, entschĂ€rfen dabei aber die ursprĂŒngliche sprachliche Kraft und VirtuositĂ€t des Textes.
In dieser Hinsicht gelten zwei neuere Ăbertragungen â die ProsaĂŒbertragung von Peter Knecht und die (ungereimte) VersĂŒbertragung von Dieter KĂŒhn (siehe unter âLiteraturâ) â als literarisch gelungene und philologisch korrekte AnnĂ€herungen an den Stil und die sprachliche Eigenart des Originals.
Rezeption
Literarische Rezeption in deutscher Sprache
Exemplarisch zu nennen sind zunĂ€chst drei Werke, die fĂŒr Adaptionen des mittelalterlichen Stoffes in drei verschiedenen Epochen der deutschsprachigen Literatur stehen. FĂŒr die Romantik kann Der Parcival (1831/32) von Friedrich de la Motte FouquĂ©cite-ref-35[35] genannt werden, fĂŒr die Moderne Das Spiel vom Fragen oder Die Reise zum Sonoren Land (1989) von Peter Handkecite-ref-36[36] und fĂŒr die Postmoderne Der Rote Ritter (1993) von Adolf Muschg.cite-ref-37[37]
Tankred Dorst hat den Stoff in ein BĂŒhnenstĂŒck gebracht, Parzival (UrauffĂŒhrung 1987 am Thalia Theater, Hamburg). Eine Fassung von Lukas BĂ€rfuss wurde 2010 am Schauspielhaus Hannover uraufgefĂŒhrt.
DarĂŒber hinaus gibt es viele JugendbĂŒcher zum Parzival-Stoff und andere populĂ€re Formen.
In Opern
Bei âParzivalâ denkt man heute zumeist an Parsifal von Richard Wagner (BĂŒhnenweihfestspiel, uraufgefĂŒhrt 1882). Weiters findet sich der Wolframâsche Parzivalstoff in der Kinderoper Elster und Parzival des österreichischen Komponisten Paul Hertel verarbeitet (UrauffĂŒhrung 2003 an der Deutschen Oper Berlin).
Literatur
Zur EinfĂŒhrung
âą Michael Dallapiazza: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Erich Schmidt, Berlin 2009, ISBN 978-3-503-09899-6.
âą Dieter KĂŒhn: Der Parzival des Wolfram von Eschenbach, Frankfurt a. M. 1997, ISBN 3-596-13336-X.
(In der ersten HĂ€lfte eine literarische Zeitreise zu Lebenswelt, Werk und Zeit Wolframs von Eschenbach, in der zweiten HĂ€lfte eine auf die Parzival-Gawan-Handlung gekĂŒrzte Version der Ăbertragung KĂŒhns fĂŒr die âBibliothek des Mittelaltersâ (s. u.))
âą Hermann Reichert: Wolfram von Eschenbach, Parzival, fĂŒr AnfĂ€nger. Wien: Praesens Verlag, 3., völlig ĂŒberarbeitete Aufl. 2017. ISBN 978-3-7069-0915-0.
EinfĂŒhrung, die auf die wichtigsten Forschungsprobleme eingeht sowie eine Auswahl zentraler Stellen des Textes im Originaltext mit sprachlichen ErklĂ€rungen und genauen Ăbersetzungen bringt. Zielpublikum: Studierende des ersten Studienabschnitts und interessierte Laien, wĂ€hrend der Metzler-Band Bumkes fĂŒr fortgeschrittene Benutzer (etwa ab: schriftliche Arbeit fĂŒr ein Hauptseminar) geeignet ist.
⹠Walter Johannes Schröder: Der Ritter zwischen Welt und Gott. Weimar 1952.
Text und Ăbersetzung/Ăbertragung
âą Hermann Reichert: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Band 1: Text. (Mittelhochdeutscher Text mit reichen Lesartenangaben aus allen Handschriften; ohne Ăbersetzung). Neu hrsg. von Hermann Reichert, nach der St. Galler Haupthandschrift als Leithandschrift, unter Benutzung aller Handschriften und Fragmente. 520 Seiten. Praesens Verlag, Wien 2019, ISBN 978-3-7069-1016-3. E-Book (pdf): ISBN 978-3-7069-3008-6.
âą Hermann Reichert: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Band 2: Untersuchungen. (Untersuchungen zur Textkritik des Parzival und zur Sprache Wolframs). 397 Seiten, Praesens Verlag, Wien 2019, ISBN 978-3-7069-1017-0. E-Book (pdf): ISBN 978-3-7069-3009-3.
âą Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. 2. Auflage. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann, Ăbersetzung von Peter Knecht, mit EinfĂŒhrungen zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der âParzivalâ-Interpretation von Bernd Schirok. Berlin / New York 2003, ISBN 3-11-017859-1.
(VollstĂ€ndige zweisprachige Textausgabe mit ProsaĂŒbertragung, fĂŒr die Nutzung im akademischen Bereich konzipiert, mit dem wissenschaftlichen Apparat der Lachmann-Ausgabe.)
âą Wolfram von Eschenbach: Parzival. (2 TeilbĂ€nde), nach der Ausgabe Karl Lachmanns revidiert und kommentiert von Eberhard Nellmann, ĂŒbertragen von Dieter KĂŒhn (= Bibliothek des Mittelalters, Texte und Ăbersetzungen. Band 8, 1â2), Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-618-66083-9.
(VollstĂ€ndige zweisprachige Textausgabe (ebenfalls nach der sechsten Auflage von Lachmann), mit VersĂŒbertragung bei Ăbernahme des metrischen Schemas, aber Verzicht auf Reimung. Nachwort, Anmerkungen zur Ăbertragung, umfangreicher Stellenkommentar, Nachweis der Abweichungen von Lachmann.)
âą Wolfram von Eschenbach. Parzival. (Band 1: Buch 1â8, Band 2: Buch 9â16), Mittelhochdeutscher Text nach der Ausgabe von Karl Lachmann, Ăbersetzung und Nachwort von Wolfgang Spiewok, (=Reclams Universalbibliothek; Band 3681 und 3682), Stuttgart 1981; Neuauflage 1986, ISBN 3-15-003682-8 und ISBN 3-15-003681-X.
(VollstĂ€ndige zweisprachige Textausgabe (nach der siebten Auflage von Lachmann), mit ProsaĂŒbertragung, Anmerkungen und Nachwort.)
âą Der Parzival des Wolfram von Eschenbach. Gelesen und kommentiert von Peter Wapnewski. 8 Audio-CDs. Der HĂR Verlag DHV; Auflage: GekĂŒrzte Lesung. (Januar 1995); ISBN 3-89584-393-8.
⹠Gottfried Weber: Wolfram von Eschenbach, Parzival. Text, NacherzÀhlung, WorterklÀrungen [von Werner Hoffmann]. 4. Auflage. Darmstadt 1981.
âą Wolf Wiechert: Parzival. Nach Wolfram von Eschenbach neu erzĂ€hlt. Mit AuszĂŒgen aus dem mittelhochdeutschen Roman. In Zusammenarbeit mit Joachim Hamm und Bertram Söller. Königshausen & Neumann, WĂŒrzburg 2013, ISBN 978-3-8260-5138-8.
âą Wolfram von Eschenbach. Parzival, ĂŒbersetzt von Dietmar Peschel, FAU University Press, Erlangen 2017 (doi:10.25593/978-3-96147-098-3).
Wissenschaftliche SekundÀrliteratur
âą Gerhard Bauer: Parzival und die Minne. In: Euphorion. Band 57, 1963, S. 67â96.
âą Gesa Bonath: Untersuchungen zur Ăberlieferung des Parzival Wolframs von Eschenbach. 2 BĂ€nde. LĂŒbeck/Hamburg 1970â1971 (= Germanische Studien. Band 238â239).
⹠Joachim Bumke: Wolfram von Eschenbach. (= Sammlung Metzler, Band 36), 8., vollstÀndig neu bearbeitete Auflage, Stuttgart 2004, ISBN 3-476-18036-0.
(Angesichts der kaum mehr ĂŒberschaubaren Flut an Literatur zu Wolfram und speziell zum Parzival eine unverzichtbare, grundlegende Orientierung zu Wolframs Werk im Allgemeinen und zum âParzivalâ im Besonderen. Das Werk bietet eine ausfĂŒhrliche Textanalyse nebst umfangreicher Bibliographie der wichtigsten SekundĂ€rtexte und stellt die wesentlichen ForschungsansĂ€tze und Diskussionen dar.)
âą Michael Dallapiazza: Privatheit und IntimitĂ€t als literarische Lebensformen in Wolframs von Eschenbach âșParzivalâč. In: Annali si Caâ Foscari. Band 35, 2, 1986, S. 97â105.
âą Ulrike Draesner: Wege durch erzĂ€hlte Welten. Intertextuelle Verweise als Mittel der Bedeutungskonstitution in Wolframs Parzival (= Mikrokosmos, Band 36), Lang, Frankfurt am Main [u. a.] 1993, ISBN 3-631-45525-9 (Dissertation UniversitĂ€t MĂŒnchen 1992, 494 Seiten).
âą Hermann Goetz: Der Orient der KreuzzĂŒge in Wolframs Parzival. In: Archiv fĂŒr Kulturgeschichte. Band 49, 1967, S. 1â42.
âą Bernhard Dietrich Haage: Krankheit und Erlösung im âParzivalâ Wolframs von Eschenbach: Anfortasâ Leiden. In: Michael Fieger, Marcel Weder (Hrsg.): Krankheit und Sterben. Ein interprofessioneller Dialog. Bern 2012, S. 167â185.
âą David Duckworth: The Influence of Biblical Terminology and Thought on Wolframâs Parzival. Göppingen 1980 (= Göppinger Arbeiten zur Germanistik. Band 273.)
âą Arthur T. Hatto: Herzeloydeâs Dragon Dream. In: German life and letters. Band 22, 1968/1969, S. 16â31.
âą Karl Kurt Klein: Das Freundschaftsgleichnis im Parzivalprolog. In: Innsbrucker BeitrĂ€ge zur Kulturwissenschaft, I: Amman-Festgabe I. Teil. Selbstverlag des sprachwissenschaftlichen Seminars der UniversitĂ€t Innsbruck, Innsbruck 1953, S. 75â94. Auch in: Heinz Rupp (Hrsg.): Wolfram von Eschenbach (= Wege der Forschung. Band 57). Darmstadt 1966, S. 173â206.
âą Rolf M. Kully: Philologie und Obstetrik (zu âParzivalâ 109, 5). In: Amsterdamer BeitrĂ€ge zur Ă€lteren Germanistik. Band 16, 1981, S. 91â97.
âą Paul Kunitzsch: Die Arabica im âParzivalâ Wolframs von Eschenbach. In: Werner Schröder (Hrsg.): Wolfram-Studien, II. Berlin 1974, S. 9â35.
âą Paul Kunitzsch: Der Orient in Wolframs âParzivalâ. In: Albert Zimmermann, Ingrid Craemer-Ruegenberg, Gudrun Vuillemin-Diem (Hrsg.): Orientalische Kultur und europĂ€isches Mittelalter. Berlin / New York 1985 (= Miscellanea Mediaevalia. Band 17), S. 112â122.
⹠Wolframs Parzival-Roman im europÀischen Kontext, herausgegeben von Klaus Ridder, Schmidt, Berlin 2014, ISBN 978-3-503-15532-3, ISBN 978-3-503-15537-8 Inhaltsverzeichnis.
âą Karl Luccae: Ăber den Traum der Herzeloyde im Parzival. In: Zeitschrift fĂŒr deutsche Philologie. Band 9, 1878, S. 129â135.
âą Elisabeth Martschini: Schrift und Schriftlichkeit in höfischen ErzĂ€hltexten des 13. Jahrhunderts. Kiel, Solivagus-Verlag 2014, Kapitel Wolfram von Eschenbach: Parzival, S. 31â49, S. 291â556, ISBN 978-3-943025-14-9.
âą Friedrich Maurer: Parzivals SĂŒnden. In: Deutsche Vierteljahrsschrift fĂŒr Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte. Band 24, 1950, S. 304â346; auch in: Heinz Rupp (Hrsg.): Wolfram von Eschenbach (= Wege der Forschung. Band 57). Darmstadt 1966, S. 49â103.
âą Wolfgang Mohr: Parzival und Gawan. In: Heinz Rupp (Hrsg.): Wolfram von Eschenbach. Darmstadt 1966 (= Wege der Forschung. Band 57), S. 287â318. Auch in Wolfgang Mohr: Wolfram von Eschenbach. AufsĂ€tze. Göppingen 1979 (= Göppinger Arbeiten zur Germanistik. Band 275), S. 62â93.
âą Friedrich Ohly: Die Pferde im âParzivalâ Wolframs von Eschenbach. In: Lâuomo di fronte al mondo animale nellâalto medioevo. Spoleto 1985 (= Settimane di studio del Centro italiano di studi sullâalto medioevo. Band 31). Band 2, S. 849â927.
âą Konstantin Pratelidis: Tafelrunde und Gral. Die Artuswelt und ihr VerhĂ€ltnis zur Gralswelt im âParzivalâ Wolframs von eschenbach. WĂŒrzburg 1994 (= WĂŒrzburger BeitrĂ€ge zur deutschen Philologie. Band 12).
âą Hermann Reichert: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Band 2: Untersuchungen. Die 'Untersuchungen' enthalten, unter Benutzung aller Handschriften und Fragmente, Angaben ĂŒber die Prinzipien der Normalisierung, ZuverlĂ€ssigkeit jeder Handschrift fĂŒr die Erstellung des kritischen Textes, sowie BegrĂŒndung der Beibehaltung der Lesart der Haupthandschrift oder Abweichungen von ihr an fraglichen Stellen. 397 Seiten, Wien, Praesens Verlag 2019. ISBN 978-3-7069-1017-0.
âą Anna K. Reither: Das Motiv der âneutralen Engelâ in Wolframs âParzivalâ. Philosophische Dissertation Mainz 1965.
âą Hellmut Rosenfeld: Personen-, Orts- und LĂ€ndernamen in Wolframs Parzival. In: Wolfgang Meid, Hermann M. Olberg, Hans Schmeja (Hrsg.): Studien zur Namenkunde und Sprachgeographie. Festschrift fĂŒr Karl Finsterwalder zum 70. Geburtstag. Innsbruck 1971 (= Innsbrucker BeitrĂ€ge zur Kulturwissenschaft. Band 16).
âą Rudolf RoĂkopf: Der Traum Herzeloydes und der rote Ritter (= Göppinger Arbeiten zur Germanistik. Band 89). Göppingen 1972.
âą Heinz Rupp: Wolframs âParzivalâ-Prolog. In: BeitrĂ€ge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur (Ost). Band 82 (Sonderband, Festschrift fĂŒr E. Karg-GasterstĂ€dt zum 75. Geburtstag, Halle 1961). Auch in: Heinz Rupp (Hrsg.): Wolfram von Eschenbach. Darmstadt 1966 (= Wege der Forschung. Band 57), S. 369â387.
âą Heinz Rupp: Die Bedeutung der Gawan-BĂŒcher im âParzivalâ Wolframs von Eschenbach. In: London German Studies. Band 2, 1983, S. 1â17.
⹠Bernd Schirok: Parzivalrezeption im Mittelalter. Darmstadt 1982 (= ErtrÀge der Forschung. Band 174).
âą Alfred Schopf: Die Gestalt Gawains bei ChrĂ©tien, Wolfram von Eschenbach und in âSir Gawain and the Green Knightâ. In: Karl Heinz Göller (Hrsg.): SpĂ€tmittelalterliche Artusliteratur, Symposion Bonn 1982. Paderborn 1984 (= BeitrĂ€ge zur englischen und amerikanischen Literatur. Band 3), S. 85â104.
âą Julius Schwietering: Wolframs Parzival. In: Julius Schwietering: Philologische Schriften. Hrsg. von Friedrich Ohly und Max Wehrli. MĂŒnchen 1969, S. 314â325.
âą Wolfgang Spiewok: Wolframs von Eschenbach âParzivalâ. In: Zeitschrift fĂŒr Germanistik. Band 6, 1985, S. 165â179.
âą Lee Stavenhagen: The Science of Parzival (Philosophische Dissertation University of California, Berkley 1964). Ann Arbor 1975.
âą Werner Williams-Krapp: Wolfram von Eschenbach, Parzival. In: GroĂe Werke der Literatur. Band VIII. Eine Ringvorlesung an der UniversitĂ€t Augsburg 2002/2003, herausgegeben von Hans Vilmar Geppert, francke-verlag, TĂŒbingen 2003, S. 23â42, ISBN 978-3-7720-8014-2.cite-ref-38[38]
âą Bernard Willson: âMystische Dialektikâ in Wolframs Parzival. In: Zeitschrift fĂŒr deutsche Philologie. Band 79, 1960, S. 57â70.
âą Edwin H. Zeydel: Wolframs âParzivalâ, âKyotâ und die Katharer. In: Neophilologus. Band 37, 1953, S. 25â35.
Weblinks
Commons
: Parzival
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą Digitalisierter Volltext einer Parzival-Handschrift der Bibliotheca Palatina (UniversitĂ€tsbibliothek Heidelberg) â aus der Werkstatt Diebold Lauber in Hagenau etwa 1443â1446.
(Die Bilder zu diesem Artikel entstammen dieser Handschrift.)
âą Digitalisierter Volltext des Parzival (âBibliotheca Augustanaâ) â nach der fĂŒnften Auflage von Karl Lachmann, Berlin 1891.
(Da eine kritische Ausgabe des âParzivalâ nach wie vor ein Desiderat ist (vgl. aber den folgenden Link) â fĂŒhrt am âLachmannâ noch kein Weg vorbei.)
⹠Parzival-Projekt des Schweizerischen Nationalfonds an den UniversitÀten Bern und Basel
(Das Projekt hat das Ziel, eine elektronische Textedition aller Handschriften-Varianten zu erreichen als Voraussetzung einer neuen kritischen Ausgabe des âParzivalâ â einige Editionsproben demonstrieren die Möglichkeiten dieser Unternehmung. Siehe auch Parzival-Handschriften und Fragmente zu den Editionsproben)
âą Handschriftencensus zum Parzival in den Marburger Repertorien zur Ăberlieferung der deutschen Literatur des Mittelalters
(VollstĂ€ndiges Verzeichnis aller ĂŒberlieferten Parzival-Handschriften und -Fragmente.)
âą Handschriftensammlung Wolfram von Eschenbachs Parzival der Bayerischen Staatsbibliothek
(Digitale Sammlung mit ca. 84 Handschriften und Fragmenten)
âą Parzival im Projekt Gutenberg-DE
(VollstĂ€ndige Ăbertragung in durchgereimten Versen von Karl Simrock, 1883)
âą Wolfram von Eschenbach: Parzifal, Titurel und Tagelieder â BSB Cgm 19 â Digitalisat in bavarikon
Anmerkungen
cite-note-11. â Kindlers Literatur Lexikon. Metzler, Stuttgart 2008.
cite-note-22. â Vgl. auch Irmgard BĂŒchel: Die Bezeichnungen fĂŒr psychologische Begriffe in Wolframs Parzival. GieĂen 1925 (= GieĂener BeitrĂ€ge zur deutschen Philologie. Band 16).
cite-note-33. â Bernhard D. Haage: Zu âMars oder Jupiterâ (789,5) im âParzivalâ Wolframs von Eschenbach. In: Fachprosaforschung â GrenzĂŒberschreitungen. Band 8/9, 2012/13, S. 189â205, hier: S. 191 f.
cite-note-44. â Vgl. auch Walter Delabar: âErkantiu sippe unt hoch geselleschaftâ. Studien zur Funktion des Verwandtschaftsverbandes in Wolframs von Eschenbach âParzivalâ (= Göppinger Arbeiten zur Germanistik. Band 518). KĂŒmmerle Verlag, Göppingen 1990, ISBN 3-87452-757-3, passim, und Christian Gellinek: Zur Personenbeziehung in Wolframs von Eschenbach âParzivalâ. In: Amsterdamer BeitrĂ€ge zur Ă€lteren Germanistik. Band 13, 1978, S. 103â117.
cite-note-55. â Vgl. Joachim-Hermann Scharf: Die Namen im âParzivalâ und im âTiturelâ Wolframs von Eschenbach. Berlin/New York 1982.
cite-note-66. â Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur (= Kröners Taschenausgabe. Band 466). Kröner, Stuttgart 1994, ISBN 3-520-46601-5, S. 265.
cite-note-77. â Vgl. auch Michael Dallapiazza: EmotionalitĂ€t und Geschlechterbeziehungen bei Wolfram, ChrĂ©tien und Hartmann. In: Paola Schulze-Belli, Michael Dallapiazza (Hrsg.): Liebe und Aventiure im Artusroman des Mittelalters (= GAG. Band 532). Göppingen 1990, S. 167â184.
cite-note-88. â Vgl. auch Helmut Brall: Diz vliegende bĂźspel. Zu Programmatik und kommunikativer Funktion des Parzivalprologes. In: Euphorion. Band 77, 1983, S. 1â39.
cite-note-99. â Friedrich Ohly: Diamant und Bocksblut. Zur Traditions- und Auslegungsgeschichte eines Naturvorgangs von der Antike bis in die Moderne. Berlin 1976, ISBN 3-503-01253-2; gekĂŒrzt auch in: Werner Schröder (Hrsg.): Wolfram-Studien. 17 BĂ€nde. Schmidt, Berlin 1970â2002; Band 3 (Schweinfurter Kolloquium 1972). Berlin 1975, S. 72â188.
cite-note-1010. â Gundolf Keil: Die âCirurgiaâ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 418 (zu licon tripon, etwa gemÀà der Verordnung im Antidotarium Nicolai).
cite-note-1111. â Vgl. auch Eberhard W. Funcke: Agelsternmal (Parz. 748, 7). In: Acta Germanica (Jahrbuch des sĂŒdafrikanischen Germanistenverbandes). Band 17, S. 11â19.
cite-note-1212. â Zur humoralpathologischen und astrologischen Gruppierung der verschieden gekleideten Jungfrauen vgl. Bernhard D. Haage: Zu âMars oder Jupiterâ (789,5) im âParzivalâ Wolframs von Eschenbach. In: Fachprosaforschung â GrenzĂŒberschreitungen. Band 8/9, 2012/13, S. 189â205, hier: S. 190.
cite-note-1313. â Bernhard D. Haage: Studien zur Heilkunde im âParzivalâ Wolframs von Eschenbach. KĂŒmmerle Verlag, Göppingen 1992 (= Göppinger Arbeiten zur Germanistik. Band 565), ISBN 3-87452-806-5, S. 238; und: derselbe (2012/13), S. 191.
cite-note-1414. â vgl. hierzu Bernhard Dietrich Haage: Prolegomena zu Anfortas' Leiden im 'Parzival' Wolframs von Eschenbach. In: WĂŒrzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 3, 1985, S. 101â126.
cite-note-1515. â Bernhard D. Haage (2012/13), S. 191.
cite-note-1616. â Bernhard D. Haage: Urjansâ Heilung (Pz. 506, 5â19) nach der âChirurgiaâ des AbĆ« l-QÄsim ážȘalaf ibn al-ÊżAbbÄs az-ZahrÄwÄ«. In: Zeitschrift fĂŒr deutsche Philologie. Band 104, 1985, S. 357â367.
cite-note-1717. â Vgl. auch Bernhard Dietrich Haage: Studien zur Heilkunde im âParzivalâ Wolframs von Eschenbach (= Göppinger Arbeiten zur Germanistik. Band 565). KĂŒmmerle, Göppingen 1992, ISBN 3-87452-806-5, S. 121â182 (Kommentar zu âAnfortasâ Leidenâ und âUrjansâ Heilungâ), passim. Und: Bernhard D. Haage: Chirurgie nach AbĂ» l-QĂąsim im âParzivalâ Wolframs von Erschenbach. In: Clio medica. Band 19, 1984 (1986), S. 194â205.
cite-note-1818. â Vgl. Bernhard Haage: Wolframs âParzivalâ als Gegenstand medizinhistorischer Forschung. Eine Studie zu Wissenschaftsrezeption und Wissensverarbeitung in der Fiktionalliteratur. Medizinischen Habilitationsschrift WĂŒrzburg 1988.
cite-note-1919. â Vgl. auch Bernhard D. Haage: Medizinhistorische Aspekte der âParzivalâ-Interpretation. In: Joerg O. Fichte, Karl H. Göller, Bernhard Schimmelpfennig (Hrsg.): ZusammenhĂ€nge, EinflĂŒsse, Wirkungen, KongreĂakten zum ersten Symposium des MediĂ€vistenverbandes in ThĂŒringen, 1984. Berlin / New York 1986, S. 130â144.
cite-note-2020. â Bernhard Dietrich Haage: Die Thorakozentese in Wolframs von Eschenbach 'Parzival' (X, 506, 5â19). In: WĂŒrzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 2, 1984, S. 79â99.
cite-note-2121. â W. Edmund Farrar: Parzivalâs Pericardial Punction. In: Annals of Internal Medicine. Band 92, 1980, S. 640.
cite-note-2222. â Bernhard D. Haage: Methodisches zur Interpretation von Urjansâ Heilung (Pz. 505,21â506,19). In: Zeitschrift fĂŒr deutsche Philologie. Band 111, 1992, S. 387â392.
cite-note-2323. â Vgl. auch Gertrud Jaron Lewis: Das Tier und seine dichterische Funktion in Erec, Iwein, Parzival und Tristan. Bern / Frankfurt am Main 1974 (= Kanadische Studien zur deutschen Sprache und Literatur. Band 11).
cite-note-2424. â Vgl. hierzu beispielsweise Bernhard Dietrich Haage: Studien zur Heilkunde im âParzivalâ Wolframs von Eschenbach. KĂŒmmerle, Göppingen 1992 (= Göppinger Arbeiten zur Germanistik. Band 565), ISBN 3-87452-806-5.
cite-note-2525. â Bernhard D. Haage (2012/13), S. 197â203.
cite-note-2626. â Bernhard Dietrich Haage, Gundolf Keil: Zum kĂŒnstlich erzeugten Heilfieber in Wolframs âșParzivalâč. In: Kurt GĂ€rtner, Joachim Heinzle (Hrsg.): Studien zu Wolfram von Eschenbach. Festschrift Werner Schröder. TĂŒbingen 1989, S. 343â358.
cite-note-2727. â Vgl. dazu Paul Kunitzsch: Die Planetennamen im âParzivalâ. In: Zeitschrift fĂŒr deutsche Sprache. Band 25, 1969, S. 169â174; auch in: Friedhelm Debus, Wilfried Seibicke (Hrsg.): Germanistische Linguistik 131â133 (= Reader zur Namenkunde III,2 â Toponymie). S. 987â994. Vgl. auch Hans-Wilhelm SchĂ€fer: Die Planetennamen in Wolframs Parzival. In: Zeitschrift fĂŒr deutsche Sprache. Band 21, 1965, S. 60â68.
cite-note-2828. â Vgl. Bernhard D. Haage: Zu âMars oder Jupiterâ (789,5) im âParzivalâ Wolframs von Eschenbach. In: Fachprosaforschung â GrenzĂŒberschreitungen. Band 8/9, 2012/13, S. 189â205.
cite-note-2929. â Vgl. Ute Obhof: Zur Entstehung der Karlsruher Handschrift des âRappolsteiner Parzifalâ: Die Initialen. In: Zeitschrift fĂŒr deutsches Altertum und deutsche Literatur 138 (2009), H. 3, S. 374-383, S. 374, die Ulrich von Rappoltstein als Auftraggeber angibt.
cite-note-3030. â Fritz Peter Knapp: Hochmittelalterliche LiteraturwerkstĂ€tten? In: Zeitschrift fĂŒr deutsches Altertum und deutsche Literatur 144 (2015), H. 1, S. 28â27, hier S. 33. Die genauen Textstellen und den Wortlaut der Nennungen bietet Ute Obhof: Zur Entstehung der Karlsruher Handschrift des âRappolsteiner Parzifalâ: Die Initialen. In: Zeitschrift fĂŒr deutsches Altertum und deutsche Literatur 138 (2009), H. 3, S. 374-383, hier S. 384 und zwar: Hie het der alte Parzifal vnd der nuwe ein ende ynd waz rede hie noch geschriben stat daz het Philippes Kolin gemacht (Bl. 317v) sowie anderen tihtere / der tihtete disen anevang / [...] er ist genant Clawez Wisze (Bl. 319va). Als Schreiber nennt sich ein Henselin (Bl. 320va), der seinerseits als weiteren Schreiber von Onheim nennt. Den Mitarbeiter Sampson Pine nennt Kolin, dessen TĂ€tigkeit mit den Worten waz wir zuo rimen hant bereit / do het er unz daz tĂŒchsch geseit (Bl. 319va) beschrieben wird. Alle Stellen- und Textangaben nach Obhof 2009, S. 384â385.
cite-note-3131. â Zum Epilog vgl. Sonja Emmerling: Geld und Liebe: Zum Epilog des âRappoltsteiner Parzifalâ. In: Forschungen zur deutschen Literatur des SpĂ€tmittelalters. Festschrift fĂŒr Johannes Janota. Hrsg. von Horst Brunner und Werner Williams-Krapp. TĂŒbingen: Niemeyer 2003, S. 31â49.
cite-note-3232. â Der Codex ist durch die Badische Landesbibliothek als Digitalisat zugĂ€nglich, vgl. https://digital.blb-karlsruhe.de/101664. Zur Handschrift vgl. Ute Obhof: Zur Entstehung der Karlsruher Handschrift des âRappolsteiner Parzifalâ: Die Initialen. In: Zeitschrift fĂŒr deutsches Altertum und deutsche Literatur 138 (2009), H. 3, S. 374â383.
cite-note-3333. â Fritz Peter Knapp: Hochmittelalterliche LiteraturwerkstĂ€tten? In: Zeitschrift fĂŒr deutsches Altertum und deutsche Literatur 144 (2015), H. 1, S. 28â27, hier S. 33.
cite-note-3434. â Parzifal von Claus Wisse und Philipp Colin (1331â1336). Eine ErgĂ€nzung der Dichtung Wolfram von Eschenbach. Hrsg. von Karl Schorbach. StraĂburg und London 1888 (ElsĂ€ssische LiteraturdenkmĂ€ler aus dem XIV.âXVII. Jahrhundert V).
cite-note-3535. â Erstdruck: Friedrich de la Motte-FouquĂ©: Der Parcival, herausgegeben von Tilman Spreckelsen, Peter-Henning-Haischer, Frank Rainer Max, Ursula Rautenberg (AusgewĂ€hlte Dramen und Epen 6). Hildesheim u. a. 1997.
cite-note-3636. â Peter Handke: Das Spiel vom Fragen oder Die Reise zum Sonoren Land. Frankfurt a. M. 1989, ISBN 3-518-40151-3
cite-note-3737. â Adolf Muschg: Der Rote Ritter, Frankfurt a. M. 2002, ISBN 3-518-39920-9.
cite-note-3838. â GegenĂŒber der traditionellen Lesart und in Abgrenzung zu Bumkes Darstellung prĂ€sentiert Williams-Krapp eine Deutung des Romans, wonach letztlich ânicht die Gralswelt, sondern die Artuswelt die menschlichere, die eigentlich humanereâ sei und daher âfĂŒr den laikalen Leser vorbildlicher ist als die obskure Gralsweltâ, ebd., S. 41.